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DESCENT MK1 REVIEW FREEDIVING GARMIN DESCENT MK1 - LANGZEIT REVIEW

NACH 27 MONATEN

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Nach 27 Monaten mit der GARMIN Descent Mk-1 kommt jetzt der Langzeit-Review. Seither war ich hauptsächlich Apnoetauchen und das vom Hallenbad über Seen, zu Gletscherseen, dem Mittelmeer, roten Meer und der Karibik. Von trüb bis kristallklar und eiskalt bis Badewanne. Zusätzlich hatte ich die Descent Mk-1 auch beim Gerätetauchen dabei, darauf werde ich in diesem Review jedoch noch kurz eingehen.
Um folgende Punkte geht es in diesem Review:
- Apnoe-Features
- Datentransfer
- Herzfrequenz-Messung
- Höhenmesser
- Navigation
- Akku
- Einwirkung von Salzwasser
- kurz: Gerätetauchen
- Individualisierung
- Optik & Haptik
- aktueller Preis
- Tops & Flops
Kein Bock auf lesen? Dann schau dir den Langzeit-Review der Garmin Descent Mk-1 hier im Video an:

APNOE FEATURES

Für mich eines der absoluten Highlights der Garmin Descent-Mk1 sind die einstellbaren Alarme. Sei es Tiefe, Zeit oder Deko-Limit, da klingelt es, leuchtet oder vibriert an meinem Handgelenk. Wann und wie ich diese Benachrichtigung per Alarm bekommen möchte kann ich genau so einstellen wie ich es gerne mag. Ob alle Funktionen (Vibration, Licht, Piepsen) oder eben so wie mir die Mischung am besten passt, alles ist möglich.
Dank der Vibration brauche ich die Uhr auch nicht mehr in den Hoodie stecken, sondern selbst über meinem 5mm ist die Vibration so stark dass ich diese problemlos spüre. Die Alarme einzustellen ist ebenfalls simpel und selbsterklärend.
Kaum komme ich aus dem Wasser möchte ich auch schon sehen wie mein Tauchgang aussah. Dazu wird das Handy direkt per Bluetooth gekoppelt und ab gehts mit den Daten in die GARMIN CONNECT APP. Klappt auch gut, jedoch sollten die Daten regelmäßig mit der App synchronisiert werden. Sitze ich sonst irgendwo am Meer und es müssen erst alle Daten der letzten Woche synchronisiert werden, dauert es viel zu lange bis ich endlich meine gewünschten Tauchgangs-Grafiken zu Gesicht bekomme. Der Datentransfer an sich geht aber, nach gefühlt ein paar Software Updates, zackig und zuverlässig.
Schön zu sehen in dieser Grafik sind meine Armzüge in Free-Immersion, sowie die Zeit und Tiefe.
Die Grafiken sind übersichtlich und durch die Überlagerung der Daten kann ich nicht nur Tiefe und Zeit ablesen, sondern auch die Herzfrequenz und Wassertemperatur. Wer sich diese Details noch genauer anschauen will kann dies auch in der Desktop-Version von GARMIN CONNECT machen.
Das Thema Herzfrequenz wurde schon im ersten Review der Descent-Mk-1 genauer belichtet, damals im Dive4Life mit einer maximalen Tiefe von 20 Metern. Nun hatte ich in den letzten 27 Monaten schließlich genug Zeit dies auch auf größeren Tiefen zu testen. Zuletzt habe ich es vor ein paar Wochen im Y-40 genauer angeschaut. Da ich hier keinen Neoprenanzug benötige, musste ich diesen nicht höher ziehen oder die Uhr unter meinem Neo platzieren. Schließlich läuft das Tracking der Herzfrequenz nur im direkten Kontakt mit der Haut, logisch.
In der folgenden Grafik kannst du nun in ROT sehen wie sich meine Herzfrequenz, im Vergleich zur Zeit und Tiefe, während des Tauchgang verändert.
Wie du siehst gibt es hier viel Raum zur Interpretation. Bin ich einfach super unentspannt im Wasser, kickt die Vasokontriktion des Tauchreflex so rein, dass die Descent Mk-1 nicht mehr richtig die Herzfrequenz tracken kann oder es stört der dünne Wasserfilm zwischen Sensor und Haut?! Es wird sicherlich eine Kombination aus mehreren Gründen sein, warum sich hier die Herzfrequenz in der Tiefe nicht weiter senkt. An meiner Entspannung sollte es jedoch nicht liegen 🙂
Das Tracking am Handgelenk ist meiner Ansicht nach im Trockenzustand und ohne viel Verrutschen eine akkurate Referenz. Sobald es ins Wasser geht und ich großen Wert auf die Genauigkeit einer Messung meiner Herzfrequenz lege, sollte ein Brustgurt verwendet werden. Bisher habe ich nur keinen Hersteller gefunden der einen Tiefen-tauglichen (40m +) Brustgurt im Angebot hat. Dieser Ansatz fällt damit erstmal flach, dafür sind wir Apnoetaucher wohl eine zu kleine Zielgruppe…vielleicht wäre das ein Produkt für die nächste Fundraising-Kampagne?

HÖHENMESSER

An sich habe ich hier eine akkuratere Messung der Descent Mk-1 erwartet. Wundere ich mich doch oft dass die Höhenmessung stark variiert obwohl ich am gleichen Ort (zb. zu Hause oder am Meer) bin. Sobald ich dann joggen gehe und das GPS mich trackt, kann es sein dass der Höhenmesser von 2.300m auf die tatsächlichen 350m springt.
Wenn das an der Software liegt sollte eher gestern als heute nachgebessert werden, da dieses Problem jedoch auch bei vielen anderen Nutzern vorkommt kann ich mir auch vorstellen dass es ein Hardware Thema sein kann. Wie dem auch sei, die Höhenmessung funktioniert, jedoch nur genau wenn man sich aktiv mit dem GPS neu erfassen lässt oder manuell die Höhe einstellt.

NAVIGATION

Sei es beim joggen oder auch tauchen, die Navigation und das Festhalten von GPS-Punkten finde ich grandios. Wenn ich raus in den Wald gehe oder auch an einem Ort bin den ich nicht kenne, kann ich mir Routen vorschlagen lassen und werde sicher mit klaren Information geführt. Im Wasser macht es mir das Leben als Lehrer, Trainer und Sportler viel einfacher punktgenau den Spot zu finden an den ich hin möchte. Denn über Wasser kann ich blitzschnell gewünschte GPS-Punkte speichern, benennen und mich wieder genau an diesen Punkt navigieren lassen. So finde ich Wracks, Riffe, Bojen oder gewünschte Tiefen auch bei schlechter Sicht. Und natürlich auch den Weg zurück wenn ich die Orientierung verloren habe.
Ein weiterer Pluspunkt ist die Möglichkeit diese GPS-Punkte mit Anderen teilen zu können. Haben diese ebenfalls eine Descent-Mk1, muss man nur die geschickten Daten ins CONNECT laden, synchronisieren und der richtige Tauchspot ist einem sicher.

AKKU

Bähm! Weil ich den Akku auch nach 27 Monaten noch feiere. Gefühlt lade ich, im Alltags-Modus, die Descent-Mk1 nur alle 7-10 Tage auf. Sobald ich natürlich täglich mehrere Tauchgänge mache, meine Alltag-Aktivitäten und die Laufrunde am Abend tracke verbrauchen wir mehr Saft. Trotzdem hält bei mir auch der Akku bei einer solch intensiven Nutzung locker zwei Tage. Und wenn es mal eng werden sollte, ab an die Powerbar und weiter gehts.
Meine Bedenken vor 27 Monaten waren, dass ich jetzt noch ein Elektro-Gadget habe dass ich täglich anstöpseln muss um es nutzen zu können. Dem ist aber nicht so und ja, genau das feiere ich. Durch diesen Pluspunkt kommt daher die Descent Mk-1 etwas größer und schwerer daher, was jedoch für mich bisher weder im Business-Outfit noch im Alltag oder Wasser ins Gewicht gefallen ist.

EINWIRKUNG VON SALZWASSER

Wichtiger Punkt, oft gefragt und gerade jetzt nach 27 Monaten im Langzeit-Review gibt es eine klare Antwort.
Viele Teile der Descent Mk-1 bestehen aus Metall und auch die Sensoren sind nicht nur Wärme/Kälte sondern auch einer Kombination aus Salzwasser und starker Sonne ausgesetzt. In meinem Fall ging es, von knapp über 0 Grad im Gletschersee mit direkter Sonneneinstrahlung auf 2.500 Metern bis in die Karibik mit 29 Grad im Salzwasser über einen Zeitraum von einer Woche bis zwei Monaten, ans Eingemachte.
So sieht die Descent Mk-1 jetzt aus:
Fazit: Es ist für mich keine Oxidation sichtbar, die Knöpfe lassen sich leicht drücken und auch die Sensoren funktionieren wie am ersten Tag.

GERÄTETAUCHEN

Soweit ich dass als Gerätetauchlehrer nach ein paar Wochen tauchen beurteilen kann, gefallen mir auch hier ähnliche Features wie im Apnoe-Modus. Klare Übersicht mit individueller Einstellung der Displays und der Möglichkeit nur durch tippen des Displays mit einem Gegenstand oder Finger die Ansicht während des Tauchgangs zu wechseln. So habe ich den Kompass, alle Tauchdaten + Herzfrequenz im Blick.
Schick, aber was anderes habe ich auch hier nicht von der Descent Mk-1 erwartet, schließlich ist es auch mit Nitrox und Trimix zu tauchen.

INDIVIDUALISERUNG

Wer sich gerne seinen Tauchcomputer so einrichten möchte dass er den eigenen Bedürfnissen entspricht, kann sich beim Descent Mk-1 vollends austoben. Persönlich nutze ich ein anderes Displays wenn ich als Coach und Trainer in Unternehmen unterwegs bin, als das für den Alltag oder beim Sport. Hier spreche ich jetzt aber nur von der Optik. Wenn es um eine individuelle Anpassung für Tauchgänge geht, kannst du dich mit den Basics die auch andere Tauchcomputer anbieten auseinander setzen oder wieder alles anpassen.
Hier bin ich sehr pragmatisch und habe nur das angepasst was ich benötige oder eben was mir die Zeit am und im Wasser vereinfacht. Wenn du ein begeisterter GADGET-Liebhaber bist, findest du hier genau das was du suchst.

OPTIK & HAPTIK

Solide Verarbeitung trifft auf funktionelles Design. Um die Descent Mk-1 im Alltag, unter Wasser sowie als Multi-Funktionsuhr tragen zu können muss die Optik ein Mittelweg sein. Nach dem Erfolg der Fenix und den vielen Funktionen die mit den Tauchfeatures ebenfalls im Descent Mk-1 stecken, lag ein ähnliches Design wohl auf der Hand. Hätte ich mir ein anderes Design gewünscht? Das muss wohl jeder für sich selbst entscheiden, dafür gibt es zum Glück viele Möglichkeiten der Individualisierung.
Nach vollen 27 Monaten sieht sie noch so aus:
Natürlich sind Abnutzungspuren zu sehen wie Kratzer an der Lünette, sowie gerissene Glieder am Armband. Zum Glück sind die Armbänder schnell gewechselt, was jedoch keine Auswirkung auf die robuste Verbindung des Klick-Verschlusses hat. Hier bin ich auch jetzt noch sehr zufrieden, da sich der Verschluss kein einziges mal auch nur ansatzweise gelöst hat. Und wie sehr ich dass Armband strapaziert habe, sieht du selbst in den Bildern.
Top sind auch die optionalen Armbänder die sich schnell wechseln lassen um der Descent Mk-1 entweder einen eher sportlichen- oder doch business-Touch zu verpassen. Was mich nach einer so langen Zeit wirklich überrascht hat, war das Display-Glas. Obwohl ich öfters mal unter Wasser in die Nähe von Felsen gekommen bin und auch in Workshops mit Kids das Display die ein oder andere Wand erwischt hat, kann ich nicht einen einzigen Kratzer darauf erkennen. Zufall oder können sich hier die Handyhersteller eine Scheibe von abschneiden?
Was auch immer Garmin hier bei der Descent Mk-1 verbaut hat, das verdient eine ehrliches Lob.

AKTUELLER PREIS

Nach einer Recherche auf mehreren Seiten ist selbst jetzt nach mehr als zwei Jahren auf dem Markt der Preis der GARMIN Descent Mk-1 um nur zirka 10% gefallen. Auch gibt es sie kaum gebraucht zu kaufen.
Allein diese zwei Punkte können auf den generell hohen Preis zu Verkaufsstart 2018 als gerechtfertigt gesehen werden.
Wer also all diese Funktionen in einer Uhr für Alltag, Sport und Tauchen haben möchte mit einem hohen Wiederverkaufswert, kommt an diesem Preis wohl nicht vorbei.

TOPS & FLOPS

Tops:
+ Alarme
+ Akku
+ Navigation
+ Solide Verarbeitung
+ Updates
+ stabiler Preis
Flops:
- Höhenmesser
- wenige Updates fürs Apnoetauchen
- Datenübertragung via Bluetooth nur bei kleinen Datenmengen

Wünschenswert für einen Nachfolger -> Descent Mk-2

- Messung der O2-Sättigung
- besseres Höhenmesser
- selektive Datenübertragung
- Möglichkeit nur einen Tauchgang in Grafik mit allen Daten zu analysieren
- Grafik mit Daten zur Aufstiegs- und Abstiegsgeschwindigkeit
- Alarme auch beim Aufstieg bspw. letzten 10m treiben lassen
- Alarme auch während der Aktivität (in Apnoe) änderbar
- Widget für trocken+nass O2/CO2-Tabellen

FAZIT

GARMIN hat mit der Descent Mk-1 eine Expedition ins Neuland gewagt. Nach nun mehr als zwei Jahren hat diese Expedition den Markt für Tauchcomputer ziemlich aufgewirbelt und das zurecht. Sowohl Funktionalität als auch die Praktikabilität überzeugen bereits im ersten Langzeit-Review dieses Multifunktions-Tauchcomputer. Natürlich gibt es noch einige Punkte die nachgebessert werden sollten, aber sind wir mal ehrlich, das war bei einem ersten Modell auf einem neuen Markt schließlich zu erwarten.
Die bisherigen Updates konnten schon einige Bugs beheben und dazu neue Wünsche erfüllen. Je mehr Funktionen ein solcher Tauchcomputer mit sich bringt desto mehr Möglichkeiten für Fehler können sich einschleichen. Damit setzen wir uns aber nicht erst jetzt auseinander sondern finden dieses Thema auch in unseren Autos, Handys und Laptops.
Wer also mehr Komfort, Tracking und Funktionen in seinem Alltag und beim Apnoetauchen möchte, ist bei der GARMIN Descent Mk-1 richtig aufgehoben.
Wer weniger Technik oder auch einen Tauchcomputer nur zum tauchen sucht, sollte sich nach anderen Modellen umschauen, die dann auch preislich in einer niedrigeren Liga spielen.
Andere Hersteller haben 2019 nachgezogen, was jetzt GARMIN mit einem lang erwarteten Nachfolger den GARMIN Descent Mk-2 macht, ist noch nicht abzusehen. Wie auch immer, es bleibt spannend!
Nun freue ich mich über deinen Kommentar zu diesem Langzeit-Review des GARMIN Descent Mk-1.
Lass es dir gut gehen und bleib gesund!
Dein Timo

6 Comments on “

  1. Ich habe mein MK1 fast 2 Jahre und bin genauso zufrieden wie du.
    Das mit dem Höhenmesser im Alltagsmodus ist eine Blamage und unverständlich. Ich habe es schon verschiedenen Male angesprochen aber man macht immer ob man es nicht nachvorziehen kann wovon ich spreche.

  2. Moin Timo,
    danke für den ausführlichen Bericht . Ich liebäugle ja schon länger mit der Descent, da sie für alle Sportarten, die ich so betreibe, zum Einsatz kommen kann.
    Ich hätte daher mal eine Frage zu den Alarmen: Kann man im Apnoe Modus einen sich wiederholenden Alarm (sagen wir z.B. alle 20 Sekunden) definieren. Lt. Handbuch gibt’s wohl grundsätzliche Recurring Alerts, aber finde nichts rechtes dazu, ob der auch im Apnoe Modus funktioniert.
    Hab das Feature seit gefühlten 100 Jahren an meiner Suunto D3 oder Aeris F10 gehabt, und mich so dran gewöhnt, daß ich mir nur schwer vorstellen kann darauf zu verzichten.

    Grüße aus Hamburg

    Karsten

    1. Sers Karsten!
      Das geht auch beim Descent-Mk1. Es gibt sowohl die Möglichkeit einen (mehrere) Alarm(e) für die Oberflächenpause einzustellen als auch für die Zeit unter Wasser.
      Beim Training stelle ich diesen Timer meist auf 03:00 min, damit ich mich bei meinen langen Hangs wieder rechtzeitig auf den Rückweg mache.
      Hoffe das hat deine Frage beantwortet.

      All the best

      Timo

  3. Hallo,
    auch ich intreressiere mich für die MK1.
    Kannst du sagen wie es so einen großen Preis Unterschied von der Silber (899,99€) zur Titan (mit schwarzem Armband 1299,99€) kommt?
    Könnte die Silberne mehr zerkratzen?
    danke lg

    1. Hallo Evelyn,
      an sich liegt der Preisunterschied eher am Material. Die Silberne Edition hinterlässt bei Kratzern weniger eine optische Veränderung als die Titan.
      Das Armband der Titan ist ebenfalls aus Titan. Es ist also nicht nur die Lünette die hochwertiger ist, sondern auch das Armband.

      All the best
      Timo

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