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EISBADEN

Immunsystem stärken mit der richtigen Atmung

 

Meine Erfahrung mit Eisbaden und wieso ich gehyped bin

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Alle Bilder von mir, sind von Lucas Hammerer (Homepage) alias Luke Goodlife (Instagram)

Eisbaden?!

Um 10:00Uhr in der Mur, hat Lucas vorgeschlagen. Es ist 9:50Uhr, ich brauche 14 Minuten mit dem Fahrrad zur Augartenbucht, erst jetzt höre ich das brodeln im Wasserkocher. Heißen Tee einpacken, so mein Gedanke, die warmen Socken werden nicht reichen wenn ich aus der 3 Grad kalten Mur steige.

9:55Uhr, ich schreibe Lucas dass ich mich verspäte, Muffensausen? Fehlanzeige. In kaltes Wasser springen widerspricht meinem naturell, so nenne ich das jetzt mal, aber verdammt nochmal es reizt mich schon. Die Aufregung spüre ich seit gestern Abend. Der Film, vor dem ich eingekuschelt mit Schokotee und Rote-Beete-Brownies saß hat mich vor dem heutigen Eisbad nicht ablenken können, auch gut, eh nicht real. Die Kälte ist es aber.

In der Nacht hat es nochmal geschneit, nicht viel, aber genug um mir zu zeigen, es wird mich kein Sonnenschein erwarten um die 3 Grad kalte Mur abzuschütteln. Meine Gedanken schüttle ich jedoch jetzt ab, während sich der Vorderreifen meines 80er Jahre Bianchi Rads durch den halb gefrorenen Boden knirscht.

Zu spät sein geht gar nicht. Mit hochrotem Kopf schaffe ich es heute in 10 Minuten in den Augarten. Nun glühe ich zumindest schon von Innen..

So stehe ich am Wasser, um mich herum eine lauernde Stille. Nur vereinzelte dumpfe Stimmen hinter mir. Ich starre auf das fließende Wasser und sehe meinen Atem in einem leichten Nebel mit den kleinen Wellen tanzen. Eisbaden…Eisbaden…Geil!

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Bild von LitewayFilm

Es wird momentan viel über das Eisbaden gesprochen, dazu sagt man diesem körperlichen und mentalen Schock eine Stärkung des Immunsystems nach. Bevor ich dir mehr über meine Eisbade-Erfahrung erzähle, möchte ich gerne folgende Punkte klären:

 

1 - Wieso Eisbaden?

2 - Wie Atmen DAVOR und DANACH?

3 - Physische und mentale Effekte

4 - Erste Schritte - auf was muss ich achten

   

WIESO EISBADEN?

Wieso nicht? Weil der Kopf bei dem Gedanken schon verrückt spielt? Ich mich vielleicht erkälten könnte? Herzstillstand?! Wohl eher weil ich mich, wie so oft, selbst stresse ohne zu wissen wie es sein könnte.

Gehen so oder so ähnlich vielleicht auch deine Gedanken mit dem Thema um?

Nicht erst seit Wim-Hof, dem sogenannten Iceman springen Leute vermehrt ins kalte Nass. Neujahrsbaden hat auch in Mitteleuropa eine lange Tradition und der Sprung ins eisige Wasser gehört für mich als Saunagänger nach jedem Aufguss dazu, da bin ich sicherlich nicht der Einzige.

Aber wieso reizt es gerade so viele Menschen diesen frostigen Schritt zu gehen?

Im letzten Jahr ist unsere eigene Welt geschrumpft. Ängste, Einsamkeit, das Gedankenkarussell, beklemmende Gefühle und der Kontrollverlust bringt viele Menschen dazu aus sich raus zu wollen, sich wieder zu spüren, auszubrechen.

Genau das schafft das Eisbaden in nur wenigen Sekunden. Und wenn es etwas gibt, das uns in ein paar Sekunden ganz ins hier und jetzt holen kann, ohne Umwege, dann diese Erfahrung.

WIE ATMEN VOR UND NACH DEM EISBADEN?

Grundsätzlich gibt es verschiedene Herangehensweisen. Für mich ist die mentale Vorbereitung der Grundstock für eine Grenzerfahrung. Kenne ich mich und meinen Körper, kann ich ihn deuten und steuern, so ist der Genuss der neuen Erfahrung ein ganz anderer.

Um an diesen Punkt zu kommen, starte ich meine Morgenroutine mit einer viergeteilten Atemsession:

1 - mentales Ankommen & Zwerchfell aktivieren

2 - Atemstretching von Brustkorb und Wirbelsäule

3 - Körperliche Reflexion

4 - mentale Zielorientierung

 

Diese Techniken kannst du wie Bausteine für dich zusammenfügen. Eine Anleitung jedes Bausteins findest die hier unter Atmen als detaillierte Videos.

"Wenn mein Kopf für eine neue  Grenzerfahrung bereit ist, ist es auch mein Körper."

Eine weitere Technik um den Körper, die Atmung und den Kopf zu aktivieren nennt sich Tummo. Diese tibetische Atemtechnik bedeutet frei übersetzt „inneres Feuer“ und wird noch heute von Tibetischen Mönchen angewandt. Dabei geht es nicht nur um eine Atemtechnik, sondern viel mehr die Kombination dieser Atmung mit einer speziellen Visualisierung von Feuer im Körper.

Um dieses innere Feuer zu wecken, benötigt es eine gemütliche Sitzposition und eine trainierte Lunge. Durch 30-60 Stoßatmungen mit anschließender Pause, tritt eine Hyperventilation ein. Es wird dabei mehr CO2 abgegeben als normal, worauf unser Körper direkt reagiert.

Diese Sequenz wird bis zu 60min, mit kurzen Pausen wiederholt. Hierbei kann es zu Pfötchenstellung, kribbeln in den Extremitäten oder auch Schwindelgefühlen kommen. Daher ist es ratsam diese Technik nur mit ausgebildeten Atemtrainern zu erlernen.

In Theorie soll sich damit die Körpertemperatur erhöhen und das Eisbaden leichter machen als erwartet. Studien wie diese von 2003, zeigen jedoch, dass es oft Jahre dauern kann Tummo wirklich effektiv anzuwenden. Übrigens Wim-Hof hat Tummo für den Westen vereinfacht, die Technik ist jedoch die gleiche geblieben, wie schon seit vielen hundert Jahren.

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Was ist jetzt aber wenn ich aus dem Wasser komme mit meiner Atmung?

Auch hier geht es darum den Körper zu aktivieren. Dabei unterscheide ich in drei Bereiche:

Bereich 1 - körperliche Empfindungen wirken lassen und die Atmung darauf anpassen. Ist alles ruhig und du merkst deinem Körper geht es gut, genieße diese Erfahrung.

Bereich 2 - es kommen Emotionen oder starke Gedanken in dir hoch. Schaue dir auch diese an und versuche sie zu akzeptieren. Der körperliche Schock, kann dich auch mental erden.

Bereich 3 - es ist dir noch immer kalt und du hast das Gefühl nur langsam wieder warm zu werden. Stell dich unter eine warme Dusche und erhöhe ganz langsam die Temperatur. Alternativ dazu, leg dich in die Badewanne und tau richtig auf.

Bei deinen ersten Versuchen solltest du es nicht übertreiben. Bleib nur solange im Wasser wie es für dich ok ist. Die Zeit wird sich von mal zu mal verlängern.

HOL DIR DIE KOSTENLOSE MENTALE-WERKZEUG-BOX UND LERNE WELCHE 6 SCHRITTE DICH AN DEIN ZIEL BRINGEN.

PHYSISCHE UND MENTALE EFFEKTE

Der Schock im Eiswasser kann folgende erste Effekte auf deinen Körper haben:

  • * die Blutgefäße ziehen sich zusammen

  • das Blut fließt aus den Extremitäten zur Körpermitte (periphere Vasokonstriktion)

  • * bei regelmäßigen Eisbädern: die Zahl der Leukozyten (weiße Blutkörperchen) erhöhen sich

  • * Stärkung des Immunsystems durch mehr Leukozyten

  • * mehr Energie wird in Wärme umgewandelt

  • * höhere Durchblutung

  • * ankurbeln des Kreislaufs

  • * besserer Wärmehaushalt -> körperlich robuster

Die mentalen Effekte können dazu vielseitig sein. Von einer gesteigerten Motivation für das Eisbaden, kann der Kälte-Schock einen mentalen Arschtritt auslösen. Ganz im Moment ankommen, sich den eigenen Ängsten stellen, diese meistern und weiter geht's.

Mental ist das Eisbaden mit einem Verlassen der eigenen Komfortzone zu vergleichen. Es initiiert eine neue körperliche und geistige Wahrnehmung. Dabei können bestehende Denkprozesse vereinfacht oder gar aufgelöst werden.

"Neue Erfahrungen gehören zu unserem Leben dazu, Eisbaden verbindet dabei auf eine drastische Weise Kopf und Körper in wenigen Sekunden."

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ERSTE SCHRITTE - AUF WAS MUSS ICH ACHTEN

Wenn du dich erstmal rantasten möchtest, fang unter der Dusche an. Nachdem du geduscht hast, dreh das Wasser auf ganz kalt. Jetzt kannst du 20 Sekunden runter zählen, wobei du dich entweder gleich ganz unter das Wasser stellst, oder dich mit der Duschbrause langsam von deinen Füßen bis zum Kopf fortbewegst.

Möchtest du direkt ins eiskalte Wasser springen, dann suche Gleichgesinnte oder nimm dir einen Freund mit der auf dich schaut während du dich nur in flaches Wasser begibst. Taste dich langsam ran. Mit der Zeit wirst du sehen, geht es immer etwas länger.

Wenn du in Graz bist, gibt es hier eine Facebook-Gruppe mit Eisbadern.

 

Dann wünsche ich dir viel Spaß beim ausprobieren. Lass mir gerne ein Kommentar zu deinen Erfahrungen hier.

Bis bald,

dein Timo

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